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Die Freiheit des Nichtreinpassens

  • Autorenbild: einevonuns
    einevonuns
  • 26. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Jeder will wer sein, dann bin ich lieber nichts, geht es um die Freiheit, dann werd ich zum Egoist. Zu einer Hälfte Geist und zur anderen Hälfte Kind, ich glaub mein Vorbild, das war immer nur der Wind. -Jeremias „Egoist“

Ahhhh, welch wunderbares Gedankenspiel heute geteilt wird.

Reden wir über Freiheit und die Angst davor.

Es gibt so viele Arten von Freiheit, so viele Schichten, so viele Größen. Ich erlaube uns jetzt die Freiheit des Nichtreinpassens. Die Formulierung mag verwirren, aber wenn ich es MIR gestatte, will ich auch allen anderen den Raum dafür geben, das fällt mir sogar um einiges leichter. Es ist eine tückische Angelegenheit mit dem Sichfügen und Sichinkludieren. Selbst hat sich heute dabei ertappt, wie es händeringend immer noch in ein System wollte, zu dem es nicht mehr gehört, in meinem Fall dem der beständigen Arbeit/Aufgabe. Es ist schier unglaublich, wie viele Verkettungen damit verknüpft sind, um nur einiges aus dem Pool zu schöpfen: Da biste aufgeräumt, da kannst du einsortiert werden, da ist Verlass drauf, dann bist du abgesichert, dann braucht sich Mutti keine Sorgen mehr machen, da hast du deinen Platz, da kommt regelmäßig was bei rum, dann biste kein Weirdo. Wow.


Ich ganz persönlich habe in meinem Leben schon sehr viele Menschen mich inkuldierend ent-täuscht, indem ich versucht habe, reinzupassen oder dauerhaft das Gleiche zu tun. Puh, was ich alles gemacht habe: mich verstellt und verbogen, mich überfordert - das Wort people pleaser gefällt mir zwar nicht, aber ich war bestimmt einer der übelsten Sorte. Woher das kam weiß ich schon lange, daran gearbeitet habe ich auch lange, ABER: ich habe die versteckte Angst vor den Folgen und wie diebisch versteckt sie in einem sitzen kann, unterschätzt.


Ich bin das große Unbekannte und heiße XYZ. Du kriegst mich nicht auf deinen Radarschirm: ich bin ein unbekanntes Flugobjekt. - Rio Reiser „Gefahr“

Warum bleiben denn so viele in ihrem Raster-Kästchen? Na weil es bequem ist und da draußen in dem Unbekannten ALLES passieren kann. Und nicht zu wissen, was der nächste Tag bringt, diese Angst vor dem Unkontrollierbaren, die wird versucht einzudämmen, indem die Strukturen fest, gleichbleibend und so ritualisiert wie nur irgend möglich sind. Dass das alles eine Illusion ist, das wissen auch wir, niemensch weiß wie morgen ist und ob es den überhaupt gibt. Ich will aber, dass ALLES passieren kann genauso wie ich manchmal auch will, dass einfach wenig bis nix passiert. Macht das Sinn? Und wenn ja, wie ist denn diese Balance hin zu kommen? Ich habe die Vermutung, dass es mit der Freiheit zu tun hat, die mensch dem Leben schenkt. Und dem Leben vertrauen, damit hab ich einfach nicht so gute Erfahrungen gemacht… vielleicht eben, weil ich immer versucht habe so gut wie möglich in irgend einem Kästchen zu sein. Was, wenn ich aber ein Teil vom Kästchengitter bin?


Ich nehme mir die Freiheit für das Unbekannte. Aber jetzt nicht, war genug Arbeit für heute. Morgen dann, wenn es den überhaupt gibt!



Viel Spaß beim Gedankenspielen damit.

Vielleicht sehe ich jetzt schon alles ganz anders.



_________


Danke A und Y, dass ihr mir noch einmal gezeigt habt, dass Inklusion auch überflüssig sein kann. Ich bewundere euch.

Danke S, dass du das Thema so gut getriggert hast, dass ich klarer sehen konnte. Kein Wunder.

 
 
 

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