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Kreativtherapie leben mitohne Wisch

  • Autorenbild: einevonuns
    einevonuns
  • 27. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

…pfff, da könnte ja jeder kommen und sagen, dass er Therapeut ist.

JA!

Wir spielen heute wieder mal mit unserer kollektiven Einstellung, was uns eigentlich sagt, dass jemensch qualifiziert dafür ist, uns weiter zu bringen in unserer Entwicklung. Genau genommen sind das meines Erachtens nach ALLE. Alles, was in dein Leben tritt, hat grundsätzlich die Fähigkeit, uns zu lehren/leeren, uns weiterzubringen, uns zu helfen - sofern du es erlaubst. Sei es durch gelebtes Schauspiel oder Wahrscheinlichkeiten, durch Kontrast oder Ähnlichkeit.

Ich gehe fest davon aus, dass mich trifft, wer mich in diesem Moment brauchen kann. Ich hätte sonst wenig Sinn in dessen Realität.


Wer sich dafür entscheidet, in die ausgebildete Kreativtherapie zu gehen, der ist meist schon lange mittendrin, hat selbst Heilungsprozesse durchlebt und will aber endlich auch für das gerecht entlohnt werden, was da seit Jahrzehnten für die anderen „nebenher“ geleistet wird. Teilzeit-Kreativtherapeuten mit viel Erfahrung sind oft BuchhändlerInnen, MasseurInnen, FriseurInnen, Menschen aus pflegerischen und pädagogischen Berufen. Es wird aber vom Staat erwartet, dass diese Arbeit ein selbstverständlicher Zusatzpart ist - er findet schlichtweg keine Beachtung, wenn nicht mit einem Wisch gewedelt wird, auf dem steht: staatlich anerkannt, ich habe 10.000 Euro dafür bezahlt, dass du mich jetzt für dich arbeiten lässt. Deswegen gibt es diese Ausbildung nahezu ausschließlich berufsbegleitend. Das heißt: Den Beruf mit dem Gratiszusatz mache ich, um die Fortbildung des Gratiszusatzes zu finanzieren, damit der dann nicht mehr als gratis und wertlos angesehen wird; nur, um dann vielleicht festzustellen, dass sich die Menschen aber das Ausgebildete dann nicht mehr leisten können oder wollen… und wieder bei der Buchhändlerin oder dem Friseur des Vertrauens landen.


Ich wurde gefragt, weshalb ich die Weiterbildung dennoch mache:

  1. Aus Wertschätzung für alle, die es zusätzlich tun und aus Wertschätzung für diejenigen, die fairstanden haben, dass ihre eigene Heilung ein ganzes Feld heilen kann.

  2. Weil ich auf andere Kreativtherapeuten treffe, die andere Wege gehen, von denen ich im Austausch lernen kann, was wiederum mich weiter entwickelt.

  3. Weil es für mich keine Nebensächlichkeit ist.

  4. Weil es mir hilft, neu zu bauen.


Oft erkennen Menschen, denen die Bildnerei geholfen hat, den eigentlichen Wert erst viel später. Schließlich mache ich auch kaputt. Das ist unangenehm. Das wird gefühlt und bewertet. Den Prozess fairstehen viele Erwachsene selten und müssen sie auch nicht, erst das Ergebnis zeigt ihnen letztendlich, was geleistet wurde. Nicht selten danken es mir meine Kontakte erst sehr spät, wenn der Wandel bereits vollzogen ist. Das ist nicht schlimm. Das ist die wahrscheinlichste Wahrheit über Kreativtherapeuten: Die Ausbildung geht ein Leben lang. Die Arbeit kann nur zwei Minuten dauern, aber der Prozess, den sie ausgelöst hat, Jahre. Für mich ist Kreativtherapie kein Wisch. Kreativtherapie ist die Fähigkeit, praktische Situationen zu schaffen, die Heilungsprozesse in Gang setzen mit den Mitteln, die das jeweilige Individuum am Besten ansprechen.


So. Sehe ich das.

Aber wie immer ist es morgen vielleicht schon ganz anders.


ree




 
 
 

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