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Kunst hat nichts mit Können zu tun…

  • Autorenbild: einevonuns
    einevonuns
  • 5. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Nov. 2025

… sondern mit nix.


Während meines Berufsalltags als Illustratorin und Kunstschaffende war meine eigene Programmierung zunehmend: Kunst hat nichts mit Können zu tun, sondern mit Müssen.“ Mir selbst kam es als arbeitendes Wesen immer mehr so vor, als müsste ich „gefällig“ sein und mit dem Trend gehen, mit dem „was gerade alle wollen“, um eine sichere Basis zu haben, um genug zum Leben zu haben. Sobald dieser Punkt erreicht ist und nur aus Mangeldenken und Angst versucht wird zu schöpfen, hat Kunst überhaupt nichts mehr mit Können oder Müssen zu tun, denn es ist keine Kunst mehr, vielleicht noch Handwerk.

Es gibt aber ein ganz anderes Kunst-Schaffen-Müssen und das beschreibt den ureigenen Antrieb, sich selbst auszudrücken in seiner eigenen Kreativität, als Schöpfer seiner Welt. Diese Urkraft teilt sich das Müssen-Feld mit seinem anderen Pol und dieses Müssen ist ureigen.


Kunst kommt von Können


Interessanterweise verhält es sich genauso mit Kunst-Können. In der Schule erhalten wir Wissen über künstlerische Techniken und die Beurteilung nach der Ausgefeiltheit der Technikanwendung, daraus ergibt sich der Wert des entstandenen Werkes.

Die andere Seite von Kunst-Können ist allerdings, sich die Freiheit zu schenken, sich ihr hinzugeben ohne Wert auf Technik, Material oder Medium zu legen, sondern einfach im Moment seinem Selbst zu erlauben, etwas zu schaffen, mit Materie zu spielen.


Kunst kommt von Nix


Egal, wie wir uns drehen, wir können der Kunst alles zuschreiben und ihr jede Bedeutung schenken. Deshalb ist die Idee, der ich im Jetzt folge, dass Kunst von Nix kommt.

Das hört sich seltsam an, aber künstlerischer Ausdruck entsteht immer dann, wenn sich der menschliche Kanal auf individuelle Weise öffnet und eine Übersetzung des Formlosen vornimmt, des Ungesehenen und schwer Greifbaren. Wohin der Kanal wandert und wie diese Transkription erfolgt, das erweckt mein und dein Interesse, denn vielleicht kann ich da gar nicht hin und bin dankbar für einen Dolmetscher.


Von Nix kommt Alles


Wie wollen wir als Gruppe künftig mit jenen umgehen, die grundsätzlich einen so offenen Kanal haben, dass sie nichts anderes tun wollen/können/sollen als zu kreieren? Die vielleicht nicht gut verkaufen, weil ihre Kunst (noch) nicht verstanden wird?

Wir haben als Gesellschaft längst die Erkenntnis erlangt, wie wichtig diese Menschen für unsere Entwicklung sind, unabhängig von Zeitgeist, Gusto oder Verkäuflichkeit. Kunst muss nix außer frei sein. Wollen wir das Spiel fühlleicht einfach komplett umkehren: Was passiert, wenn alle Menschen wieder Künstler sind und nur ein paar vergessen haben, dass wir alle Kunst UND Künstler sind?


Morgen denke ich vielleicht schon wieder anders darüber.

Viel Spaß beim Gedankenspielen mit diesem Bild.



 
 
 

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