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Nichts tun ist ein Grund für Freude

  • Autorenbild: einevonuns
    einevonuns
  • 12. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Nov. 2025

Are you having any fun? What you getting out of living? Who cares for what you‘ve got if you‘re not having any fun? - Elaine Strich

Trotzig wie ein kleines Kind stehe ich Menschen gegenüber, die Spaß absagen, weil sie so viel arbeiten müssen. Die den Spaß verschieben auf irgendwann wenn weniger Arbeit ist. Eine Begegnung mit einem tollen Typen hat mir einst gezeigt, dass das genau der falsche Ansatz ist und ein Programm, das dringend geändert werden muss im letzten Kapitel des Kapitalismuszeitalters. Er wurde von jemenschen gefragt, ob er einen Arbeitsauftrag annehme, worauf er schlicht erwiderte „Äh, jetzt doch nicht, es ist Sommer, frag mich im Winter wieder!“ Damals dachte ich mir noch, dass der wohl im Geld schwimmt, wenn er einfach so Aufträge ablehnt (da, 1A Kapitalprägung, ich im Mangel), aber genau darum geht es eben: die für das Selbst richtigen Prioritäten setzen zu lernen und das Außen dabei eher zu ignorieren.


Es ist mir klar - absolut - dass gerade in diesem Moment ganz viele Menschen Armut erfahren und es scheint absurd, über Spaß und Freude zu schreiben. Aber vielleicht richtet sich dieser Text auch an Menschen, deren Leben dem Kapital gehört und die schon lange keinen echten Spaß, keine echte Freude mehr hatten, weil nahezu alles mit Pflichterfüllung und absurden Optimierungen zu tun bekommen hat, selbst das, was einst für Glücksgefühle gesorgt hatte. Die Arm-Reich-Schere zeigt ihre Extreme und jedes einzelne von uns ist dabei gefragt, die Balance wieder herzustellen. Wir können nicht darauf warten, dass andere für Ausgleich sorgen. Wir sind gefragt, es selbst zu tun und zwar jetzt in diesem Übergang. Auch hier sorgt wieder das innere Gleichgewicht des Einzelnen für Bewegung im gesamten Kollektiv.


Ich darf mich ebenfalls noch einmal neu hinterfragen. Einst ein Workaholic bis zum Zusammenbruch musste ich mir Freude komplett neu erschaffen und muss es noch. Was mir dabei geholfen hat aus dem Hamsterrad auszubrechen war, einfach nichts zu tun. Gar nichts.

Nichts tun ist bereits so ein großer Trigger in unserer Gesellschaft, dass selbst das schon Kraft kostet. Menschen, die diesen Weg wählen, ertappen sich in Gesprächen bei Ausflüchten und Lügen, was sie gerade täten, weil „Nichtstun“ einfach nicht geht (mal abgesehen davon, dass vielen Menschen es schlichtweg auch nicht mehr KÖNNEN). Richtig, das geht nicht, denn es ruht. Enttarnt wird mit diesem Trigger aber auch, dass sich verständnislose Menschen ausschließlich über ihre Arbeit definieren. Ohne Arbeit sind sie nicht von Wert in einem kapitalistischen System. Das heißt aber eben auch, dass sie ohne Arbeit sehen können, wer sie wirklich sind. Interessanterweise haben extrem viele Menschen so viel Angst vor echter Selbsterkenntnis, dass sie lieber weiter im Rad ihre Runden drehen.


Ich will hier Mut machen: im Nichts liegt viel neue Freude und aus dieser heraus etwas Neues zu erarbeiten, das ist wie Ur-Laub:



Morgen denke ich vielleicht schon wieder anders darüber.

Viel Spaß beim Gedankenspielen mit diesem Bild.


 
 
 

2 Kommentare


S
16. Nov. 2025

Da kann ich mal ausnahmsweise und teilweise nicht mitgehen. Ich habe sehr nah erlebt, was es aus einem Menschen macht, wenn er über lange Zeit Nichts macht. Es löscht ihn aus irgendwie, erst im übertragenen Sinne und dann im tatsächlichen. Ich habe es mein Leben lang als Beobachter miterlebt und vermutlich bin ich daher das krasse Gegenteil geworden. Allerdings schlägt sich das bei mir dennoch nicht monetär nieder, also auch was falsch gemacht 😂. Vielleicht schaffen es meine Kinder da eine gesündere Balance zu finden. Ich wünsche es ihnen.

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So.
26. Nov. 2025
Antwort an

Der Text stellt die Frage, warum mensch es sich nicht mehr erlaubt, mal gar nichts zu tun.

Ich bin mir nicht sicher, ob es hier um das gleiche Thema geht, aber danke fürs Gedankenspielen. Und wenn schon durchgespielt wurde, was exzessives Nichts und das krasse Gegenteil davon ist, dann stehen die Chancen für Balance doch jetzt ganz gut und das nicht nur bei den Kindern 👏

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SO.

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